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Newsletter Juli 2025

«Abschiede gibt es nur für diejenigen, die mit den Augen lieben. Aber für diejenigen, die mit Herz und Seele lieben, gibt es so etwas wie Trennung nicht.»
- Rumi

Liebe Spenderinnen, liebe Spender,

ich hoffe von Herzen, dass es Ihnen gut geht. Mein besonderer Dank gilt all jenen, die sich nach der Sendung Gredig direkt, die am 17. April auf SRF ausgestrahlt wurde und bei der ich zu Gast sein durfte, bei uns gemeldet haben. Ihre vielen liebevollen und ermutigenden Rückmeldungen haben mich tief berührt und mir einmal mehr gezeigt, wie stark Ihre Unterstützung ist.

Wie Sie wissen, habe ich die Leitung unseres Zentrums übergeben. Momentan bin ich innerlich etwas «gemischt» – so sagt man in Afrika, wenn man von verschiedenen Gefühlen gleichzeitig erfüllt ist. Ich denke, das deutsche Wort melancholisch beschreibt es am besten. Ja, ich bin ein wenig traurig, ein wenig froh, auch etwas orientierungslos, aber vor allem bin ich voller Dankbarkeit für das Leben, das mir in den vergangenen 26 Jahren geschenkt wurde. Es war oft alles andere als einfach und ist es auch heute nicht immer. Doch ich weiss ganz sicher: Ein einfaches Leben hätte mich nie wirklich glücklich gemacht.

In diesem Trimesterbrief ist es mir ein grosses Anliegen, Danke zu sagen.
So viele Menschen haben dazu beigetragen, dass unser wunderbares Projekt Realität werden konnte. Ihre Hilfe, liebe Spenderinnen und Spender, war essenziell. Ohne Sie wäre all das nicht möglich gewesen. Von Herzen ein riesiges DANKESCHÖN dafür – immer wieder!

Ein besonderer Dank gilt meinem Mann Aziz, der seit 53 Jahren an meiner Seite steht, und unseren drei Kindern, ihre Unterstützung und Opferbereitschaft sind unermesslich. Ohne sie hätte ich dieses Projekt nicht verwirklichen können. Meine Dankbarkeit meiner Familie gegenüber ist grenzenlos und sie bleibt es ein Leben lang.

Ebenso danke ich meiner langjährigen Freundin Marie-Odile, die mich über 20 Jahre hinweg vor Ort begleitet hat. Auch unseren Mitarbeitenden – viele sind von Anfang an dabei – und den zahlreichen engagierten Freiwilligen gilt mein tiefster Dank.

Ein herzliches DANKESCHÖN auch an unseren Präsidenten vor Ort, Dr. med. Henri Chenal, der uns stets treu und verlässlich zur Seite stand und weiterhin steht. Lieber Henri, ich danke dir von Herzen.

Nicht zuletzt danke ich auch den Mitgliedern des Stiftungsrats der Lotti Latrous Stiftung und ganz besonders unserer Leitung der Geschäftsstelle. Die Arbeit aller ist von unschätzbarem Wert. Danke für die Treue und das grosse Engagement.

Nun schliesst sich ein Buch. Mein Buch. Oder vielleicht: Es schliesst sich noch nicht ganz. Denn Aziz und ich werden weiterhin gelegentlich nach Bassam reisen und Zeit in unserer kleinen, einfachen Hütte in Ayobâ verbringen, unserem geliebten Dorf, das wir für unsere Seniorinnen und Senioren errichten konnten. Vielleicht ist es also passender zu sagen: Solange mein Atem reicht, wird die letzte Seite dieses Buches erst dann umgeblättert, wenn es – eines hoffentlich noch fernen Tages – Zeit für einen endgültigen Abschied ist.

Doch nun zurück in die Gegenwart:
Wir hatten eine wunderbare Abschiedsfeier. Alle waren da, vom Jüngsten bis zum Ältesten. Wir haben getanzt, geweint, gelacht. Eine einfache Feier, ganz in unserem Geist: voller Liebe und Freundschaft.

 

Lotti übergibt die Leitung ihren beiden Nachfolgerinnen Barbara und Llum.

 

Mr. Abass - ein Angestellter vor Ort, der zusammen mit Lotti und Marie Odile ebenfalls in den Ruhestand geht - richtet ein paar Worte an alle Anwesenden.

 

Die ganze Familie der Centres mit allen Angestellten und Bewohner:innen.

 

Im Rahmen der Feier habe ich offiziell den Stab an meine Nachfolgerin Barbara und ihre Assistentin Llum übergeben. Ich habe die beiden gebeten, allen Menschen in unserem Zentrum und allen, die Hilfe suchen, mit Respekt zu begegnen, Nächstenliebe zu zeigen und Demut zu bewahren. Ich bin zutiefst überzeugt, dass sie in der Lage sind, unsere Arbeit im gleichen Geist fortzuführen, wie er hier seit vielen, vielen Jahren zu spüren ist.

Seit meiner Abreise stehen Barbara und ich in engem Kontakt, dafür bin ich sehr dankbar. Ich habe sie gebeten, sich Ihnen kurz persönlich vorzustellen, nicht mit einem klassischen Lebenslauf, sondern mit ein paar Gedanken zu ihrer Aufgabe. Hier ihre Worte:

Barbara schreibt:

«Was mich hier von Anfang an tief berührt hat, ist die Atmosphäre, dieses Gefühl von Frieden, das einen beim Betreten des Zentrums umfängt, und die Intensität der Emotionen. All das hat mich sofort bewegt. Ich war und bin es noch immer, zutiefst beeindruckt und habe seit meiner Ankunft mehr als einmal vor Rührung geweint.

Ja, ich fühle mich hier am richtigen Ort, beruflich wie privat. Als ich mich im Juni 2024 für die Leitung des Zentrums der Hoffnung bewarb, hatte ich zunächst Zweifel, ob ich dieser Herausforderung gewachsen bin. Doch im Lauf des Bewerbungsprozesses wurden mir das Projekt, seine Philosophie und die Rolle, die ich übernehmen sollte, immer vertrauter. Nach der Probewoche war mir klar: Ich möchte hier leben, arbeiten und dieses Werk weiterführen und das im vollen Bewusstsein für diese immense Aufgabe.

Ich weiss, dass ich Maman Lotti, wie sie hier liebevoll genannt wird, nicht ersetzen kann. Aber ich bin bereit, für Kontinuität zu sorgen. Für die Mitarbeitenden, die Kinder und Jugendlichen, unsere Patientinnen und Patienten, unsere Seniorinnen und Senioren. Diese Verantwortung kann ich nur dank der Unterstützung von Lotti, Aziz, Llum und dem ganzen Team tragen. Diese Unterstützung spüre ich seit dem ersten Tag, und sie ist es, die mich trägt.»

Sie sehen: Die Verantwortung liegt in guten Händen.
Sie werden Barbara übrigens bald noch besser kennenlernen, denn künftig wird sie viele der Trimesterbriefe verfassen. Sie ist vor Ort und erlebt das Geschehen hautnah. Aber immer dann, wenn ich in Bassam bin, werde ich mich ebenfalls wieder bei Ihnen melden.

Zum Abschluss möchte ich nur noch sagen:
Ich habe in meinem Leben so viel Liebe erfahren, so viel Unterstützung, so viel Güte. Ich bin erfüllt von Freude und Dankbarkeit. Das Licht, das meine Seele erhellt, wird mich nie wieder verlassen, es ist das Licht der grossen Gnade, die mir dieses Leben geschenkt hat.

Liebe Spenderinnen, liebe Spender, ich danke Ihnen. Danke für Ihre Hilfe. Ohne Sie und Ihr Vertrauen wäre nichts möglich gewesen.
Gott segne Sie.

Mit herzlichen Grüssen,
Lotti Latrous